Der Chiemsee, auch “Bayerisches Meer” genannt, gilt als der größte See Bayerns und ist der drittgrößte See Deutschlands. Heutzutage beträgt die Fläche 79,9 km², doch vor 10.000 Jahren war er noch 300 km² groß und erreichte fast den Alpenrand. Der Chiemsee war Teil des urzeitlichen Thetismeeres und war ungefähr 250 m tief.
Der Chiemsee wird nicht nur wegen seiner Größe als “Bayerisches Meer” bezeichnet, sondern auch weil, genau wie am Meer, Ebbe und Flut alle drei bis vier Stunden zum Anstieg des Wasserspiegels beitragen.
Da die Tiroler Ache große Mengen an Geröll und Kies in den Chiemsee einschwemmt, verliert dieser jährlich rund 1,2 Hektar an Wasseroberfläche und wird deshalb immer kleiner.
Was den Namen des Sees betrifft, wird vermutet, dass er von dem Namen des Ortes am Ostufer “Chieming” abgeleitet wird; als Chiemgau wird der See zum ersten Mal im 8. Jh. in einem Dokument bezeichnet.
Rund um den See sollen auch Kelten gelebt haben, die den Ortsgott “Bedaius” verehrten. Der Name wurde später von den Römern übernommen, so dass diese den See “Lacus Bedaius” nannten.
Im 8.Jh. wurden auf der Frauen-und Herreninsel eine Benediktinerabtei gegründet, wurde jedoch 1803 aufgelöst. Ein weiterer wichtiger Abschnitt der Geschichte des Sees begann 1828, als die erste Künstlerkolonie am Chiemsee entstand.
Künstler wie Hermann Kaulbach, Wilhelm Leibl, Joseph Wopfner oder der Priener Maler Paulus, zusammen mit den Chiemseemaler, und auch Dichter wie zum Beispiel Ludwig Ganghofer oder Ludwig Thoma fanden viele anregende Motive in dem Gebiet rund um den Chiemsee.