Nach dem Vorbild von Schloss Versailles ließ der bayerische König Ludwig II. auf der Insel Herrenchiemsee, inmitten des Chiensees, das Neue Schloss Herrenchiemsee errichten. Von allen Schlössern, die Ludwig bauen ließ, war dies das Letzte. Am Tag seines Todes war das Schloss noch unvollendet, die Arbeiten wurden jedoch beendet, so das das Gebäude bis heute nicht vollendet wurde. Wie die anderen Schlösser des Märchenkönigs kann auch Herrenchiemsee besichtigt werden. In einem Flügel des Schloss befindet sich zudem das König Ludwig II.-Museum.
Das Schloss wird als Neues Schloss Herrenchiemsee bezeichnet im Unterschied zum Alten Schloss, dem ehemaligen Chorherrenstift auf Herrenchiensee, in dem auch der Verfassungskonvent der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1948 tagte.
1873 kaufte König Ludwig II. die Insel Herrenchiemsee, welche nach der Säkularisation zunächst im Privatbesitz war, um dort sein neues Schloss zu errichten.
Wie oben erwähnt, diente Schloss Versailles in der Nähe von Paris als Vorbild. Schon 1867 wollte Ludwig dieses Schloss während einer Frankreichreise besuchen, musste den Besuch jedoch absagen und konnte erst 1874 Versailles tatsächlich besichtigen. Dieser Besuch gab dann auch den neuerlichen Startschuss für den Schlossneubau, nach dem einige Jahre zuvor bereits Pläne für ein Versailles nachempfundenes Schloss im Ettal existierten. Die neuen Ideen und Pläne Ludwigs machten jedoch einen größeren Grund nötig – Herrenchiemsee war dafür ein idealer Standort.
Im Unterschied zu Versailles sollte das Neue Schloss Herrenchiemsee lediglich als private Residenz Ludwigs dienen. Im Schloss Versailles lebte dagegen damals ein ganzer Hofstaat.
Das Schloss ist heute ein dreiflügeliger und dreigeschossiger Hauptbau. Weitere Seitenflügel waren entsprechend dem Vorbild geplant, aber wurden aufgrund des frühen Todes Ludwigs nicht mehr realisiert. Ein bereits bestehender Gebäudeteil wurde sogar wieder abgerissen, um die Symmetrie zu wahren und weil kein Nutzungskonzept für Räume existierte.
Auch im heutigen Schloss sind nicht alle Räume ausgebaut. Teile befinden sich nach wie vor im Rohbauzustand. Die noch unter Ludwig vollendeten Innenräume sind dagegen überaus prachtvoll, orientieren sich größtenteils am französischen Vorbild ohne auf moderne Verbesserungen zu verzichten.
Das Neue Schloss Herrenchiemsee kann ganzjährig besichtigt werden. Die Insel Herren ist zu dem Zwecke per Schiff erreichbar.