Im Sommer letzten Jahres mieteten wir uns ein kleines Ferienhaus am Chiemsee in der Nähe der Ortschaft Chieming im Landkreis Traunstein. Die Buchung führten wir in einem Internet-Ferien-Portal durch, was auch wunderbar geklappt hat. Vor unserer Reise hatten wir uns über den See ebenfalls im Internet etwas kundig gemacht und erfahren, dass der Chiemsee den Beinamen „Bayerisches Meer“ trägt und wohl der drittgrößte See in Deutschland ist.
Schon die Fahrt zu unserem Urlaubsdomizil konnten wir genießen. Als wir uns auf der Autobahn A 8 unserem Urlaubsziel näherten, fuhren wir etliche Kilometer direkt am Ufer des Sees entlang und bekamen im Schein der untergehenden Sonne bereits einen Eindruck von der Schönheit des Sees. Das Panorama der Alpen rechterhand rundete das „Gesamtkunstwerk“ ab.
Als die Sonne bereits hinter dem Horizont stand, erreichten wir unser Ferienhaus und der Vermieter wartete bereits auf uns zur Schlüsselübergabe. Das Haus war klein aber fein und hatte alles Nötige, was man für einen einwöchigen Urlaub eben so braucht. Bevor der Vermieter wieder ging, nutzte ich die Gelegenheit, ihn über die Angelmöglichkeiten im See auszufragen. Er meinte, mit dem Angeln hätte er es nicht so, gab mir aber die Telefonnummer eines Bekannten, der Mitglied im Anglerverein war.
Anderen Tags unternahmen wir aber erst einmal einen Ausflug zur Fraueninsel und zur Herreninsel, die von Chieming aus mit Ausflugsbooten angesteuert werden. Auf der Herreninsel besichtigten wir das Schloss Herrenchiemsee und auf der Fraueninsel das Kloster Frauenwörth. Während dieses Ausfluges wurde ich mir der Größe des Chiemsees bewusst, er trägt tatsächlich nicht zu Unrecht seinen Beinamen „Bayerisches Meer“. Während unserer Fahrt begegneten wir einer Unzahl von Segelbooten. Das Segeln scheint hier ein Volkssport zu sein (wenn man genügend Kohle hat, sich ein Boot zu leisten).
So ganz nebenbei erfuhr ich, dass der gesamte See von einem Ringkanalsystem umfangen wird. Dieses verhindert das Einschwemmen von Dünger. Vor der Inbetriebnahme des Ringkanals wurden wohl jährlich über 100 Tonnen Phosphate in den Chiemsee eingetragen und verursachten eine Überdüngung und vermehrtes Pflanzenwuchs.
Mit dem Angeln wurde es während unseres Kurzurlaubes nicht viel. Lediglich an einem Nachmittag und Abend setzte ich mich auf den Bootssteg nahe unseres Häuschen. Dort fing ich zwei Rotfedern und als ich schon anfing, einzupacken, überraschenderweise noch einen Aal. Die anderen Tage blieben Ausflügen in die Berge und Fahrradtouren entlang des Seeufers mit Stops an den netten Restaurants und Uferpromenaden vorbehalten.