Angeln am Chiemsee

25. Februar 2011

Im Sommer letzten Jahres mieteten wir uns ein kleines Ferienhaus am Chiemsee in der Nähe der Ortschaft Chieming im Landkreis Traunstein. Die Buchung führten wir in einem Internet-Ferien-Portal durch, was auch wunderbar geklappt hat. Vor unserer Reise hatten wir uns über den See ebenfalls im Internet etwas kundig gemacht und erfahren, dass der Chiemsee den Beinamen „Bayerisches Meer“ trägt und wohl der drittgrößte See in Deutschland ist.

Schon die Fahrt zu unserem Urlaubsdomizil konnten wir genießen. Als wir uns auf der Autobahn A 8 unserem Urlaubsziel näherten, fuhren wir etliche Kilometer direkt am Ufer des Sees entlang und bekamen im Schein der untergehenden Sonne bereits einen Eindruck von der Schönheit des Sees. Das Panorama der Alpen rechterhand rundete das „Gesamtkunstwerk“ ab.

Als die Sonne bereits hinter dem Horizont stand, erreichten wir unser Ferienhaus und der Vermieter wartete bereits auf uns zur Schlüsselübergabe. Das Haus war klein aber fein und hatte alles Nötige, was man für einen einwöchigen Urlaub eben so braucht. Bevor der Vermieter wieder ging, nutzte ich die Gelegenheit, ihn über die Angelmöglichkeiten im See auszufragen. Er meinte, mit dem Angeln hätte er es nicht so, gab mir aber die Telefonnummer eines Bekannten, der Mitglied im Anglerverein war.

Anderen Tags unternahmen wir aber erst einmal einen Ausflug zur Fraueninsel und zur Herreninsel, die von Chieming aus mit Ausflugsbooten angesteuert werden. Auf der Herreninsel besichtigten wir das Schloss Herrenchiemsee und auf der Fraueninsel das Kloster Frauenwörth. Während dieses Ausfluges wurde ich mir der Größe des Chiemsees bewusst, er trägt tatsächlich nicht zu Unrecht seinen Beinamen „Bayerisches Meer“. Während unserer Fahrt begegneten wir einer Unzahl von Segelbooten. Das Segeln scheint hier ein Volkssport zu sein (wenn man genügend Kohle hat, sich ein Boot zu leisten).

So ganz nebenbei erfuhr ich, dass der gesamte See von einem Ringkanalsystem umfangen wird. Dieses verhindert das Einschwemmen von Dünger. Vor der Inbetriebnahme des Ringkanals wurden wohl jährlich über 100 Tonnen Phosphate in den Chiemsee eingetragen und verursachten eine Überdüngung und vermehrtes Pflanzenwuchs.

Mit dem Angeln wurde es während unseres Kurzurlaubes nicht viel. Lediglich an einem Nachmittag und Abend setzte ich mich auf den Bootssteg nahe unseres Häuschen. Dort fing ich zwei Rotfedern und als ich schon anfing, einzupacken, überraschenderweise noch einen Aal. Die anderen Tage blieben Ausflügen in die Berge und Fahrradtouren entlang des Seeufers mit Stops an den netten Restaurants und Uferpromenaden vorbehalten.

Schloss Herrenchiemsee

22. Dezember 2010

Nach dem Vorbild von Schloss Versailles ließ der bayerische König Ludwig II. auf der Insel Herrenchiemsee, inmitten des Chiensees, das Neue Schloss Herrenchiemsee errichten. Von allen Schlössern, die Ludwig bauen ließ, war dies das Letzte. Am Tag seines Todes war das Schloss noch unvollendet, die Arbeiten wurden jedoch beendet, so das das Gebäude bis heute nicht vollendet wurde. Wie die anderen Schlösser des Märchenkönigs kann auch Herrenchiemsee besichtigt werden. In einem Flügel des Schloss befindet sich zudem das König Ludwig II.-Museum.
Das Schloss wird als Neues Schloss Herrenchiemsee bezeichnet im Unterschied zum Alten Schloss, dem ehemaligen Chorherrenstift auf Herrenchiensee, in dem auch der Verfassungskonvent der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1948 tagte.
1873 kaufte König Ludwig II. die Insel Herrenchiemsee, welche nach der Säkularisation zunächst im Privatbesitz war, um dort sein neues Schloss zu errichten.
Wie oben erwähnt, diente Schloss Versailles in der Nähe von Paris als Vorbild. Schon 1867 wollte Ludwig dieses Schloss während einer Frankreichreise besuchen, musste den Besuch jedoch absagen und konnte erst 1874 Versailles tatsächlich besichtigen. Dieser Besuch gab dann auch den neuerlichen Startschuss für den Schlossneubau, nach dem einige Jahre zuvor bereits Pläne für ein Versailles nachempfundenes Schloss im Ettal existierten. Die neuen Ideen und Pläne Ludwigs machten jedoch einen größeren Grund nötig – Herrenchiemsee war dafür ein idealer Standort.
Im Unterschied zu Versailles sollte das Neue Schloss Herrenchiemsee lediglich als private Residenz Ludwigs dienen. Im Schloss Versailles lebte dagegen damals ein ganzer Hofstaat.
Das Schloss ist heute ein dreiflügeliger und dreigeschossiger Hauptbau. Weitere Seitenflügel waren entsprechend dem Vorbild geplant, aber wurden aufgrund des frühen Todes Ludwigs nicht mehr realisiert. Ein bereits bestehender Gebäudeteil wurde sogar wieder abgerissen, um die Symmetrie zu wahren und weil kein Nutzungskonzept für Räume existierte.
Auch im heutigen Schloss sind nicht alle Räume ausgebaut. Teile befinden sich nach wie vor im Rohbauzustand. Die noch unter Ludwig vollendeten Innenräume sind dagegen überaus prachtvoll, orientieren sich größtenteils am französischen Vorbild ohne auf moderne Verbesserungen zu verzichten.
Das Neue Schloss Herrenchiemsee kann ganzjährig besichtigt werden. Die Insel Herren ist zu dem Zwecke per Schiff erreichbar.